Interview: Masterarbeit in der Vorentwicklung bei Telemotive

Wie kann ein RC Car wichtige Daten für das autonome Fahren liefern? Im Interview erzählt Matthias Müller von dem Projekt zur Car2X-Kommunikation für seine Masterarbeit und davon, wie er seine Leidenschaft fürs Automobil bei Telemotive ausleben kann.

Car2X-Kommunikation mit RC Cars testen

 

Wie kann ein RC Car wichtige Daten für das autonome Fahren liefern? Im Interview erzählt Matthias Müller von dem Projekt zur Car2X-Kommunikation für seine Masterarbeit und davon, wie er seine Leidenschaft fürs Automobil bei Telemotive ausleben kann.

 

Gibt es ein Ereignis während deiner Zeit bei Telemotive, an das du dich selbst in 20 Jahren noch mit einem Schmunzeln zurückerinnerst?

 

Ja. Mein Projekt für die Masterarbeit hier ist das RoboCar. Anfangs dachte ich, es handelt sich dabei wahrscheinlich um ein kleines ferngesteuertes Auto, etwa in der Größe eines Schuhs. Als mein Betreuer mir dann aber von dem eigentlichen Modell, einem Buggy im Maßstab eins zu fünf erzählte, war nicht nur meine Neugierde, sondern auch mein inneres Kind geweckt. Und scheinbar nicht nur meines: Als das Paket mit dem Auto geliefert wurde, sprangen plötzlich alle Kollegen von ihren Stühlen auf und rannten los, um es als erstes auszuprobieren. Schnell ausgepackt, wurde das RoboCar dann sofort getestet. Diese Begeisterung für mein Projekt so nah erleben zu können – das ist echt ein unbeschreibliches Gefühl.

 

Wie bist du auf Telemotive aufmerksam geworden?

 

Über Absolventa. Da ich praktisch seit meiner Kindheit eine Schwäche für Technologie und Technik habe und mir Autos – besonders schnelle Autos – sehr gefallen, las ich mir die Anzeige genauer durch. Auch der Bewerbungsprozess und die Infos zum Vorstellungsgespräch bei Telemotive klangen sehr spannend, also habe ich mich beworben.

 

Und wie war der Prozess? Haben sich die Informationen im Netz bestätigt?

 

Auf jeden Fall. Nachdem ich meine Unterlagen eingereicht habe, bekam ich eine Eingangsbestätigung und wurde schon kurz darauf zu einem Telefoninterview für den Standort Böblingen eingeladen. Das Gespräch verlief super und die Atmosphäre war sehr angenehm. Was mir besonders aufgefallen ist: Die Mitarbeiter von Telemotive begeistern sich für das Automobil der Zukunft. Diese Leidenschaft überzeugte mich noch mehr in meinem Wunsch, hier durchzustarten. Kurz nach dem Gespräch bekam ich dann die Zusage.

 

„Die Mitarbeiter von Telemotive begeistern sich für das Automobil der Zukunft.“

 

Du hast dich für eine Stelle in Böblingen beworben, bist aber jetzt in München. Wie kam es dazu? Ist da etwas schiefgelaufen?

 

Nein, ganz und gar nicht. Gleichzeitig bewarb sich ein anderer Student für den Standort München und bekam dort eine Zusage. Weil er aber lieber in Böblingen arbeiten wollte und ich auch gerne nach München ging, konnten wir problemlos den Standort tauschen.

 

Und? Wie gefällt es dir in München?

 

München ist einfach genial. Eigentlich komme ich aus einem kleinen Dorf im Großraum Aachen, wo es mehr oder weniger immer regnet. Die Großstadt München ist hier ein echter Kontrast. Viele Leute, viele Möglichkeiten und dennoch: viel Freiraum. Was mir an München so gefällt ist, dass man auch das Gefühl haben kann, auf dem Land zu sein, während man gleichzeitig in der Metropole im Herzen Bayerns ist. Der Blick auf die Alpen über die Häuser der Stadt ist natürlich noch das Sahnehäubchen.

 

Nun aber einmal zu deiner Arbeit hier. Wofür bist du zuständig?

 

Ich bin in der Vorentwicklung bei Telemotive und schreibe hier meine Masterarbeit. Der Arbeitstitel lautet: Konzeptionierung und Entwicklung eines prototypischen Aufbaus für den Einsatz im Car2X-Umfeld. Einfacher gesagt: Ich entwerfe und baue ein prototypisches Fahrzeug, das RoboCar, das mit seiner Umwelt kommunizieren und somit später autonom fahren kann. Dafür verwende ich ein RC Car im Maßstab eins zu fünf und statte es mit verschiedenster Elektronik und Technik aus. Das Ziel meiner Arbeit ist es, das RC Car als Car2x-Plattform und Lernplattform für das autonome Fahren zu entwickeln.

 

Das klingt sehr spannend. Aber wie kann das RC Car verlässliche Informationen zum Straßenverkehr liefern?

 

Das RoboCar ist ein ziemlich großes ferngesteuertes Auto mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Kilometern pro Stunde. Ich statte das Auto aber noch besser aus, sprich mehr Leistung und mehr Elektronik. So kann es etwa dank Sensorik auf verschiedene Gegenstände und Hindernisse reagieren. Momentan laufen die Lenkung und Beschleunigung noch über die Plattform Arduino, ein CAN-Bus ist allerdings geplant. Und so einer wird auch in heutigen Autos verwendet. Wenn man dann mehrere RC Cars entsprechend ausstattet, kann man die Car2X-Kommunikation testen und verbessern. Die schnelle Auswertung der Testdaten erfolgt über den Datenlogger blue PiraT Mini, der direkt angeschlossen werden kann. Darüber hinaus kann das RC Car immer weiter bestückt werden und dient als Testplattform für neue Technologien. Das RoboCar ähnelt also stark einem echten PKW und liefert damit nützliche Infos für die Mobilität von morgen.

 

Hast du Spaß an der Arbeit?

 

Na sicher. Ich bin schließlich für die Konzeptionierung und Entwicklung eines Autos zuständig, das als wichtige Plattform für die Mobilität von morgen gelten kann. Eigentlich sollte das Projekt von zwei Studierenden betreut werden, der Kollege hat allerdings kurzfristig abgesagt. Deshalb betreue ich es allein und bin quasi komplett frei in meiner Kreativität. Und mal ehrlich: wer möchte denn nicht beruflich mit einem riesigen RC Car arbeiten, das bis zu 120 Kilometer pro Stunde fährt – und das später auch noch autonom?!

 

„Wer möchte denn nicht beruflich mit einem riesigen RC Car arbeiten, das bis zu 120 Kilometer pro Stunde fährt – und das später auch noch autonom?!“ – Matthias auf die Frage, ob er Spaß an der Arbeit hat.

 

Wolltest du schon immer in die Automotive-Forschung?

 

Das hat sich alles irgendwann so ergeben. Ich bin eigentlich mit dem Forschen aufgewachsen. Schon in jungen Jahren forschte ich an Pflanzen und deren Reaktionen auf verschiedene Gase. Interessant hierbei ist: Pflanzen reagieren mit eigenem Gasausstoß und kommunizieren damit quasi. Wenn man einen Wald betrachtet, könnte man den als eine kommunizierende Welt sehen. Ähnlich wie bei der Car2X-Kommunikation findet auch hier ein Austausch zwischen Sender und Umwelt statt.

Das Themenfeld Forschung faszinierte mich so sehr, dass ich mich nach der Schule für eine Ausbildung zum Physiklaboranten in einem Institut für Energie und Klimaforschung entschloss. Im Anschluss daran habe ich mein Bachelorstudium des Physikingenieurswesens abgeschlossen, wobei ich nebenbei noch im Forschungslabor tätig war. Meine Begeisterung für Mechatronik konnte ich während meiner Bachelorarbeit schon etwas ausleben: Als gemeinsames Abschlussprojekt brachten meine Frau und ich einen nicht funktionierenden Roboterarm wieder zum Laufen und programmierten ihn so, dass er mit einem Playstation4-Controller steuerbar war.

Spätestens da wollte ich mich noch mehr in die Bereiche Mechanik und Elektronik einarbeiten. Deshalb entschied ich mich für den Masterstudiengang Mechatronics an der Hochschule Aachen. Die Leidenschaft für Autos führte mich dann schließlich auf der Suche nach meiner Abschlussarbeit zu Telemotive.

 

Du beschäftigst dich schon lange mit Forschung. Wieso hast du dich für eine Abschlussarbeit in einem Unternehmen entschieden und nicht an einem Lehrstuhl?

 

Meine Ausbildung und das Bachelorstudium waren sehr theoretisch. Ich interessiere mich aber mehr für praktische Anwendungen. Mein Masterstudiengang eignet sich dafür sehr gut. Darum wollte ich auch meine Abschlussarbeit möglichst praxisorientiert schreiben. Und das geht in einem Unternehmen leichter als am Lehrstuhl.

 

Wie war dein Einstieg bei Telemotive? Ist er dir schwergefallen?

 

Nein, überhaupt nicht. Im Internet habe ich schon gelesen, dass bei Telemotive viel Wert auf das „Du“ gelegt wird. Als mich gleich am ersten Tag der Gruppenleiter duzte, war ich trotzdem etwas überrascht. Was mir bei Telemotive wirklich auffällt: Seit dem ersten Tag habe ich das Gefühl, ein vollwertiger Mitarbeiter zu sein – und das obwohl ich Student bin. Mein Betreuer stellte mich gleich dem ganzen Team vor und ich wurde sofort in die Gruppe integriert. Der Zusammenhalt hier fasziniert mich auch nach einigen Monaten jeden Tag aufs Neue. Hier hilft jeder jedem – und das immer. Man weiß, was den Kollegen gerade beschäftigt und wo man ihm eventuell helfen kann. Ich kann nur sagen: Ich komme täglich mit einem breiten Lächeln zur Arbeit und gehe damit auch wieder heim.

 

„Seit dem ersten Tag habe ich das Gefühl, ein vollwertiger Mitarbeiter zu sein.“

 

Stichwort Telemotive und Firmenkultur: Was verbindest du damit?

 

Bei Telemotive kann jeder seine Ideen einbringen und erhält immer konstruktives Feedback. Auf Teamarbeit und Zusammenhalt wird hier sehr viel Wert gelegt. Ich bekomme hier seit meinem ersten Tag viel Eigenverantwortung und kann eigene Projekte koordinieren. Gleichzeitig kann ich mich bei Fragen oder Unsicherheiten jederzeit an meinen Betreuer oder andere Kollegen wenden. Was mich auch begeistert ist die Offenheit gegenüber Fehlern: Jeder macht Fehler, bei Telemotive sieht man sie als Chance, daraus zu lernen. Auch die flexiblen Arbeitszeiten ohne Kernzeiten sind der Motor für meine Kreativität. So kann ich meinen Arbeitstag selbst gestalten sowie produktiver und effizienter Leistung erzielen. Auch die Start-up-Mentalität hilft sehr: Auf Oberflächlichkeit, wie etwa Kleidung, wird weniger Wert gelegt, der Mensch dahinter steht im Vordergrund. Als Mitarbeiter kann man sich hier austoben und seiner Kreativität freien Lauf lassen. So entstehen täglich überall neue Ideen und Lösungen für Probleme. Und über allem steht immer eines: der Blick in die Zukunft.

 

Was meinst du mit dem Blick in die Zukunft?

 

Bei Telemotive dreht sich alles um Vernetzung. Ich bin davon überzeugt, dass Telemotive in einem spannenden Umfeld zukunftsfähige und vor allem wegweisende Technologien mitgestalten kann. So tragen die Mitarbeiter hier zur Sicherheit im Straßenverkehr von morgen bereits heute bei.

 

Wenn du an deinen Bewerbungsprozess und deine Zeit hier zurückdenkst: Welche Tipps kannst du Bewerbern geben?

 

Eine Leidenschaft fürs Auto und dessen Entwicklung ist hilfreich, dann blüht man hier so richtig auf. Gleichzeitig sollte man sich für Teamarbeit begeistern können. Es gibt schon auch Projekte, an denen man einzeln arbeitet – aber Ideen leben vom gegenseitigen Austausch.

 

Wie geht es für dich jetzt weiter?

 

Meine Abschlussarbeit bei Telemotive geht langsam dem Ende zu. Aber eines steht für mich jetzt schon fest: Ich werde mich so schnell wie möglich wieder bei Telemotive bewerben.

 

Möchtest auch du deine Leidenschaft fürs Auto von morgen ausleben?

Dann komm zu uns!

 

 

 

Mehr Infos zur Telemotive Vorentwicklung gibt's hier:

Telemotive Vorentwicklung